Was ist ein Laserschutzvorhang?
Ein Laserschutzvorhang ist eine passive Laserschutzeinrichtung aus einem speziell entwickelten Material, das den Durchtritt von Laserstrahlung verhindert. Er hängt wie ein gewöhnlicher Vorhang an einer Decken- oder Wandschiene. Seine Aufgabe besteht jedoch darin, direkte, unbeabsichtigt austretende und reflektierte Laserstrahlen innerhalb eines kontrollierten Laserbereichs zu halten.
Laserschutzvorhänge werden auf zwei Arten eingesetzt:
- Schutz vor unbeabsichtigter Exposition – Ein fehlgeleiteter Strahl wird lange genug aufgehalten, damit er erkannt und abgeschaltet werden kann.
- Langfristige Abschirmung – Dauerhafte Einhausung eines Bereichs, in dem geringere Leistungsdichten wiederholt auf das Material treffen.

Wie die Leistung gemessen wird
Ein zertifizierter Laserschutzvorhang wird anhand seines Protective Exposure Limit (PEL) bewertet. Dieser Wert gibt die Bestrahlungsstärke – also die Leistung pro Flächeneinheit – an, der das Material über einen festgelegten Zeitraum standhalten kann, ohne dass der Strahl hindurchtritt. Die Werte werden üblicherweise für 10 Sekunden (T3) und 100 Sekunden (T2) sowie für einen kleinen Strahlfleck (4 mm²) und einen großen Strahlfleck (2.000 mm²) angegeben. Je höher der PEL-Wert, desto leistungsstärkere Laserstrahlung kann der Vorhang sicher abschirmen.
Die maßgeblichen Normen
- BS EN IEC 60825-4 – Sicherheit von Lasereinrichtungen, Teil 4: Laserschutzwände. Behandelt passive Schutzeinrichtungen wie Vorhänge und Abschirmungen.
- EN 12254 – Abschirmungen an Laserarbeitsplätzen. Behandelt Abschirmungen, die beispielsweise bei Laser-Schweiß- und Laserschneidanwendungen eingesetzt werden.
Bei einem Vorhang, der nach einer dieser Normen zertifiziert und mit einer CE- oder UKCA-Kennzeichnung sowie einem Prüfetikett versehen ist, wurde der Schutz gegenüber einer definierten Laserexposition nachgewiesen. Ein Vorhang ohne diese Nachweise ist lediglich ein Stück Stoff.
Reale Kundeninstallationen mit Laserschutzvorhängen von Lasermet
Verdunkelungsvorhang im Vergleich zum Laserschutzvorhang
Ein Verdunkelungsvorhang hält Tageslicht ab; ein Laserschutzvorhang hält einen konzentrierten Energiestrahl auf. An einer Vorhangschiene können beide ähnlich aussehen, sie wurden jedoch für völlig unterschiedliche Aufgaben entwickelt und geprüft.
| Gewöhnlicher Verdunkelungsvorhang | Zertifizierter Laserschutzvorhang | |
|---|---|---|
| Ausgelegt zum Abschirmen von | Sichtbarem Umgebungslicht | Direkter und unbeabsichtigt austretender Laserstrahlung, einschließlich unsichtbarer UV- und IR-Strahlung |
| Material | Gewebter Stoff, häufig mit einer Schaumstoff- oder Polymerbeschichtung | Speziell entwickeltes, laserblockierendes Material |
| Gegen Laserstrahlung geprüft | Nein | Ja, gemäß BS EN IEC 60825-4 oder EN 12254 |
| Ausgewiesene Schutzwirkung | Keine Angabe | Veröffentlichte PEL-Werte oder Schutzstufen für die jeweiligen Wellenlängen |
| Verhalten bei Auftreffen eines Laserstrahls | Kann innerhalb von Sekunden versengen, schmelzen, durchbrennen oder sich entzünden | Hält der angegebenen Exposition 10 oder 100 Sekunden lang stand |
| Brandverhalten | Unterschiedlich; häufig nicht klassifiziert | Material mit Brandschutzklassifizierung, z. B. NFP 92-503 M2 |
| Kennzeichnung | Lediglich ein Pflegeetikett | CE-/UKCA-Kennzeichnung und Zertifizierungsetikett |
| Für einen kontrollierten Laserbereich geeignet | Nein | Ja |
Warum ein Verdunkelungsvorhang nicht ausreicht
Dunkel auszusehen ist nicht dasselbe wie einen Laserstrahl aufzuhalten. Viele industrielle und medizinische Laser arbeiten im für das menschliche Auge unsichtbaren Infrarotbereich. Ein Stoff, der sichtbares Licht blockiert, kann sich durch IR-Energie dennoch erhitzen oder entzünden. Die Strahlung kann das Material außerdem durchdringen.
Selbst wenn der Strahl das Material nicht durchdringt, muss die Energie aufgenommen oder abgeleitet werden. Ein ungeprüfter Stoff kann versengen oder Feuer fangen, sodass aus einem fehlgeleiteten Strahl eine zusätzliche Gefahr entsteht. Ohne Zertifizierung gibt es außerdem keinen Nachweis, mit dem einem Auditor oder Laserschutzbeauftragten die Sicherheit der Abgrenzung belegt werden kann.
Die Empfehlung von Lasermet ist eindeutig: Gewöhnliche Vorhänge sind nur selten in der Lage, einen Laserstrahl aufzuhalten. Daher muss zertifiziertes Laserschutzmaterial verwendet werden. Zertifizierte Laserschutzvorhänge dienen gleichzeitig als Verdunkelungsabschirmung, sodass dieser Vorteil erhalten bleibt.
Fazit
Ein Verdunkelungsvorhang und ein Laserschutzvorhang können auf dieselbe Weise aufgehängt werden, aber nur einer von beiden wurde zum Aufhalten eines Laserstrahls entwickelt. Verdunkelungsstoff soll einen Raum dunkel halten. Er verfügt weder über eine ausgewiesene Schutzwirkung noch über eine Laserzertifizierung. Auch sein Verhalten beim Auftreffen konzentrierter Energie – insbesondere unsichtbarer Infrarotstrahlung – ist nicht vorhersehbar.
Ein zertifizierter Laserschutzvorhang ist eine geprüfte Sicherheitsbarriere. Er verfügt über einen veröffentlichten PEL-Wert oder eine ausgewiesene Schutzstufe, eine Brandschutzklassifizierung und ein Zertifizierungsetikett. Damit lässt sich gegenüber Auditoren und Laserschutzbeauftragten nachweisen, dass die Abgrenzung der Laserexposition für einen festgelegten Zeitraum standhält.
Wenn Laser eingesetzt werden, bedeutet die Verwendung eines gewöhnlichen Verdunkelungsvorhangs, am falschen Ende zu sparen. Personen außerhalb des kontrollierten Bereichs können dadurch einer Gefahr ausgesetzt werden. Ein zertifizierter Laserschutzvorhang bietet beides: die gewünschte Verdunkelungswirkung und den Laserschutz, den die gesetzlichen Vorschriften und die Sicherheit Ihrer Mitarbeiter erfordern.










