Laserschutzklappen erklärt: Die richtige Klappe für Ihre Anwendung auswählen

Der vollständige Leitfaden für Laser-Verschlüsse

Laserschutzblenden gehören zu den Bauteilen, die oft erst dann Beachtung finden, wenn etwas schiefgeht. Sie sind zwar unauffälliger Bestandteil eines Lasersystems, spielen aber eine entscheidende Rolle, um sicherzustellen, dass ein Laser nur dann Strahlung abgibt, wenn dies tatsächlich gefahrlos möglich ist. In vielen Anlagen bilden sie die letzte physikalische Barriere zwischen einem Hochleistungslaserstrahl und der Außenwelt.

Strahlabschirmungen, auch Strahldämpfer genannt, wurden erstmals in den 1970er Jahren eingeführt, als die ersten Lasersicherheitsstandards festgelegt wurden. Auch heute noch ist der Einsatz von Laserstrahlabschirmungen für Hochleistungslaser erforderlich.

Im Prinzip ist ein Laserverschluss ein mechanisches Bauteil, das den Durchgang eines Laserstrahls blockiert oder ermöglicht. Er befindet sich üblicherweise entlang des Strahlengangs, entweder im Laserkopf, im Strahlführungssystem oder am Austrittspunkt des Strahls in den Arbeitsbereich. Im geschlossenen Zustand wird der Strahl physikalisch blockiert, im geöffneten Zustand kann er ungehindert passieren.

Das mag einfach klingen, aber im Hinblick auf die Lasersicherheit gibt es viele Feinheiten, die bei der Auswahl eines Laserstrahlverschlusses berücksichtigt werden müssen.

Wie Laserverschlüsse funktionieren

Die meisten Laserschutzvorrichtungen sind elektrisch gesteuerte mechanische Barrieren. Intern bestehen sie typischerweise aus:

  • Eine metallene oder beschichtete Blockierplatte, die den Laserstrahl abschirmen soll.
  • Ein Aktor, beispielsweise ein Magnetventil oder ein Motor, der die Sperrplatte bewegt.
  • Ein Rückstellmechanismus, üblicherweise eine Feder, der den Verschluss in die sichere (geschlossene) Position zwingt, wenn die Stromzufuhr unterbrochen wird.

Das wichtigste Konstruktionsprinzip bei Laserstrahlverschlüssen ist der ausfallsichere Betrieb. In den meisten sicherheitszertifizierten Systemen ist der Verschluss so ausgelegt, dass er normalerweise geschlossen ist. Er öffnet sich nur, wenn er ein elektrisches Signal empfängt, das die Erfüllung aller Sicherheitsbedingungen bestätigt. Bei Stromausfall, Kabelbruch oder Auslösung eines Sicherheitsschaltkreises kehrt der Verschluss automatisch in die geschlossene Position zurück. Das bedeutet, dass der Standardzustand des Systems sicher ist und auch im Fehlerfall sicher bleibt.

In komplexeren Anlagen sind Laserblenden in Sicherheitsverriegelungssysteme integriert. Diese Verriegelungssysteme überwachen alle Komponenten im Labor oder Arbeitsbereich, darunter Türschalter, Not-Aus-Taster, aktive Schutzeinrichtungen und Steuersignale von Maschinen oder Robotern. Wird ein unsicherer Zustand in einem Teil des Verriegelungssystems erkannt, unterbricht es automatisch die Stromzufuhr zur Laserblende (die Blende schließt sich) und stellt so die Sicherheit des Systems wieder her.

Warum Laserstrahlverschlüsse benötigt werden

Laser, insbesondere der Klassen 3B und 4, können innerhalb von Sekundenbruchteilen dauerhafte Augenschäden oder schwere Verbrennungen verursachen. In vielen Industrie- und Forschungsumgebungen ist der Laserstrahl unsichtbar, hochenergetisch und extrem gefährlich. Daher beruht die Lasersicherheit auf mehrstufigen Schutzmaßnahmen. Ein Verschluss ist eine der wichtigsten dieser Maßnahmen, da er den Laserstrahl physikalisch einschließt.

SOFORTIGE LASERSTRAHLBEENDIGUNG

Elektronische Steuerungen können ausfallen. Software kann abstürzen. Signale können sich verzögern. Ein mechanischer Laserverschluss bietet eine ausfallsichere, direkte und physikalische Methode, den Strahl innerhalb von Millisekunden zu stoppen. Sobald er sich schließt, wird der Strahl blockiert, unabhängig davon, was im restlichen System geschieht.

SCHUTZ BEI EINRICHTUNG UND WARTUNG

Viele Unfälle ereignen sich nicht im Normalbetrieb, sondern bei der Ausrichtung, Wartung und Systemkonfiguration. Der Einsatz eines Laser-Verriegelungsverschlusses bietet zusätzliche Sicherheit und verhindert die versehentliche Exposition gegenüber gefährlichen Laserstrahlen während der Systemeinrichtung und Wartungsarbeiten.

EINHALTUNG DER SICHERHEITSSTANDARDS

Lasersicherheitsnormen fordern für Laser höherer Klassen eine Form der Strahlbegrenzung oder ein verriegeltes Schutzgehäuse. In vielen Systemen ist ein Verschluss die einfachste und zuverlässigste Methode, diese Anforderungen zu erfüllen. Ohne Verschluss ist es deutlich schwieriger nachzuweisen, dass der Laser bei Erkennung eines Gefahrenzustands sicher abgeschaltet werden kann.

AUSFALLSICHEREKONTROLLE GEFäHRLICHER ENERGIE

In der Sicherheitstechnik sollten Systeme bei Störungen stets in einen sicheren Zustand wechseln. Bei Lasern bedeutet dies, dass der Strahl blockiert werden muss, solange die Sicherheit nicht nachgewiesen ist. Ein korrekt konstruierter Verschluss gewährleistet dieses Prinzip. Fällt die Stromversorgung des Verriegelungssystems aus oder erkennt es einen Fehler, schließt der Verschluss automatisch.

Laserschutzblenden sind weltweit in Laseranlagen Standard und finden Anwendung in industriellen Laserbearbeitungssystemen, Forschungslaboren und medizinischen Lasergeräten. Häufig sind sie direkt in Sicherheitssysteme wie das Interlock®-System von Lasermet integriert, sodass die Laserschutzblende automatisch auf Türschalter, Not-Aus-Schalter oder Verriegelungsauslöser reagiert.


Optoblok's Modular Design Lasermet

Worauf Sie bei einem Laserschutzverschluss achten sollten

Bei der Auswahl des richtigen Laserstrahlverschlusses für Ihre individuelle optische Konfiguration sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen.

Arten von Laserverschlüssen

Je nach Betätigungsmethode gibt es verschiedene gängige Arten von Laserstrahlverschlüssen.

LS-30 Laser Beam Shutter
FEDERRÜCKLAUF-JALOUSIEN

Ein Federrückstellverschluss wird so genannt, weil er eine Feder verwendet, um die Lamellen nach dem Abschalten der Stromzufuhr in die geschlossene Position zurückzubringen. Die Betätigung (Öffnung des Verschlusses) erfolgt typischerweise durch einen Elektromagneten (Solenoid), der die Verschlusslamellen öffnet.

Vorteile:Nachteile:
Schnelle Reaktionszeit
Einfaches, kompaktes Design
Natürlich ausfallsicher durch Federrückstellung
Begrenzte Kraft und begrenzter Hubweg
Kann bei Dauerbetrieb Wärme erzeugen
Hörbares Klickgeräusch beim Betätigen
LS-20 High-Integrity Laser Shutters
LS-20 Laser Beam Shutter
SCHWERKRAFTBETRIEBENE RÄUME

Bei einem schwerkraftbetriebenen Verschluss senkt sich die Lamellenlamelle durch die Schwerkraft in die geschlossene Position, sobald die Stromzufuhr unterbrochen wird. Die Betätigung des Verschlusses erfolgt üblicherweise mittels eines Elektromagneten oder einer Spule.

Vorteile:Nachteile:
Äußerst zuverlässiger, ausfallsicherer Betrieb
Keine Abhängigkeit von Federn, die mit der Zeit ermüden können
Einfache mechanische Konstruktion
Geeignet für sicherheitskritische Anwendungen
Muss in einer bestimmten Ausrichtung (vertikal) installiert werden.
Nicht geeignet für Systeme, die sich bewegen oder neigen.
Schließgeschwindigkeiten im Allgemeinen langsamer als bei Magnetventilen.
LS-300 Laser Beam Shutter
MOTORISIERTE RÄUME

Die Betätigung erfolgt über einen kleinen Elektromotor, der die Verschlusslamelle in die offene oder geschlossene Position treibt, üblicherweise über Zahnräder oder eine Gewindespindel.

Vorteile:Nachteile:
Sanfte und kontrollierte Bewegung
Geeignet für größere oder schwerere Verschlussplatten
Auch für größere Blendenöffnungen geeignet
Geringere Aufprallkräfte und reduzierte mechanische Erschütterungen
Langsamer als Magnetklappen
Mechanisch komplexer
Erfordert möglicherweise Positionssensoren oder Steuerungslogik
Nicht ausfallsicher
DREHKAMMER

Drehklappen verwenden eine rotierende Scheibe oder ein Rad, um ein Sperrelement in den Lichtstrahl hinein und wieder heraus zu bewegen; der Antrieb erfolgt häufig durch einen Motor.

Vorteile:Nachteile:
Sehr schnelles Schalten möglich
Ideal für Systeme mit hoher Wiederholfrequenz oder Pulsbetrieb
Gleichmäßige, kontinuierliche Bewegung
Komplexere Ausrichtung
Standardmäßig in der Regel nicht ausfallsicher
Kontinuierliche Rotation kann mit der Zeit zu Verschleiß führen
Üblicherweise besser für optische Systeme geeignet als Sicherheitsverriegelungen

Kurzanleitung: Vergleich der Verschlussarten

Shutter TypeSPEEDFAIL-SAFE BY DEFAULTCOMPLEXITYAPPLICATIONS
SPRING-RETURNFastYesLowInterlock safety systems
GRAVITY-FEDMediumYesLowSafety-critical, fixed installations
MOTORISEDMediumNot alwaysMedium – HighLarge apertures, heavy shutters
ROTARYFast – Very fastNot usuallyMediumOptical labs, modulation

Zweikanal- vs. Einkanalarchitektur

Laserstrahlverschlüsse in Sicherheitssystemen werden üblicherweise je nach Schaltungsdesign in Einkanal- und Zweikanalgeräte unterteilt. Viele Laseranwendungen erfordern redundante, überwachte Sicherheitskanäle für Systeme mit höherem Risiko, wie beispielsweise Laser der Klassen 3B und 4.

ZWEIKANALARCHITEKTUR

Zweikanalige Rollläden verwenden zwei unabhängige Steuerkreise, die von einer Sicherheitssteuerung überwacht werden. Beide Kanäle müssen übereinstimmen, damit sich der Rollladen öffnet. Jede Abweichung wird als Fehler behandelt und führt dazu, dass das System in den sicheren Zustand zurückkehrt.

Zweikanalsysteme werden typischerweise gemäß der Norm ISO 13849-1 Sicherheit von Maschinen als PL ‘d’ oder PL ‘e’ oder gemäß der Norm IEC 61508 Funktionale Sicherheit von E/E/PE-Systemen als SIL-3 klassifiziert.

EINKANALARCHITEKTUR

Ein Einkanal-Verschluss hingegen benötigt nur einen Steuerpfad zum Öffnen und Schließen des Mechanismus. Fällt dieser einzelne Stromkreis aus, erkennt das System den Fehler möglicherweise nicht, und der Verschluss bleibt geöffnet, obwohl er geschlossen sein sollte.

Ein einkanaliger Verschluss mag für Anwendungen mit geringem Risiko oder ohne sicherheitskritische Anforderungen akzeptabel sein, erfüllt aber nicht die Anforderungen vieler verriegelter Systeme oder höherer Sicherheitsintegritätsstufen.


Lasermet OEM Laser Shutters

Integrierte vs. externe Laserstrahlverschlüsse

Gemäß IEC 60825-1 „Sicherheit von Laserprodukten“ müssen Laserprodukte der Klassen 3B und 4 mit einem fest integrierten oder angebrachten Strahldämpfer und einem Fernverriegelungsanschluss ausgestattet sein. Die Fernverriegelung muss die Emission beim Öffnen des Stromkreises unterbrechen, während der Strahldämpfer die zugänglichen Emissionen unter die Grenzwerte der Klassen 1 bzw. 2 reduzieren muss.

Diese eingebauten Strahlblenden sind als Original Equipment Manufacturer (OEM)-Versionen erhältlich, die ohne Gehäuse geliefert werden, was die Integration in ein Lasergerät erleichtert.

Zusätzlich zu diesen internen Strahlverschlussvorrichtungen, die gemäß IEC 60825-1 vorgeschrieben sind, werden viele Laseranwendungen aller Klassen auch einen externen Strahlverschluss verwenden.


Fernsteuerung von Laserverschlüssen

Viele Laserlaboraufbauten erschweren unbeabsichtigt den manuellen Zugriff auf die Verschlusssteuerung oder verwenden Hochleistungslaser, die ein gefährliches Arbeiten in der Nähe des Verschlusses riskant machen. In solchen Fällen sollten alternative Bedienungsmethoden für den Laserverschluss implementiert werden.

Für eine komfortable Bedienung können Lasermet-Rollläden optional per Fernbedienung über eine Rollladen-Fernschaltstation gesteuert werden. Diese externe Verteilerbox kann an einem praktischen Ort platziert werden, um das Öffnen und Schließen der Rollläden zu erleichtern.

LS-RS30 Remote Switching for Laser Beams
LS-RS-30 Remote Shutter Switching Station

Verwendung mit Laserstrahldämpfern

Bei der Verwendung eines Laserverschlusses ist es wichtig zu prüfen, ob dieser die eingesetzte Laserleistung verträgt. Hohe Leistung bedeutet in der Regel hohe Wärmeentwicklung, und die meisten Verschlüsse haben eine Grenze für die Energiemenge, die sie sicher aushalten können, bevor sie überhitzen oder beschädigt werden.

In solchen Fällen empfiehlt es sich, einen externen Hochleistungs-Laserstrahldämpfer an die Laserverschlüsse anzuschließen. Der Verschluss lenkt den Strahl in den Strahldämpfer um, der die überschüssige Energie sicher absorbieren und ableiten kann.

Lasermet bietet eine Reihe von Laserstrahlblenden an, die mit unseren Laserstrahlblenden kompatibel sind.

Ein Verschluss allein bietet keine vollständige Sicherheitslösung. Er ist Teil eines mehrstufigen Sicherheitskonzepts, das typischerweise Laserschutzvorrichtungen, Verriegelungssysteme, organisatorische Maßnahmen und persönliche Schutzausrüstung (PSA) umfasst. Der Verschluss nimmt dabei eine Sonderstellung ein, da er den Laserstrahl direkt und physikalisch unterbricht. Er ist nicht allein auf menschliche Reaktionszeiten oder Softwarelogik angewiesen.

In einem Hochleistungslasersystem ist die Energie nicht theoretischer Natur. Sie kann unmittelbaren, realen Schaden verursachen. Ein Lasersicherheitsverschluss ist ein einfaches Gerät, erfüllt aber einen grundlegenden Zweck: Er stellt sicher, dass der Laserstrahl nur dann zugänglich ist, wenn das System seine Unbedenklichkeit bestätigt hat.

Ohne einen Verschlussmechanismus ist man bei der Kontrolle eines gefährlichen Strahls vollständig auf Elektronik, Software oder menschliches Verhalten angewiesen. Mit einem Verschlussmechanismus hingegen gibt es eine physische Barriere, die im Fehlerfall automatisch in den Sicherheitszustand wechselt. Deshalb gelten Verschlussmechanismen nicht als optionales Zubehör, sondern als unverzichtbare Sicherheitskomponenten.


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