Laserschutzbrillen verstehen: Was Sie wissen müssen

Laserschutzbrillen gehören zu den wichtigsten Arten von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) bei der Arbeit mit oder in der Nähe von Lasern. Die Augen sind besonders anfällig für gefährliche Laserstrahlung – bereits eine kurze Einwirkung kann zu schweren und möglicherweise bleibenden Verletzungen führen. Je nach Wellenlänge des Lasers kann die Strahlung verschiedene Strukturen des Auges beeinträchtigen und zu Verletzungen wie Netzhaut- oder Hornhautverbrennungen sowie in schweren Fällen zu dauerhaften Sehbeeinträchtigungen führen. Da einige Laserwellenlängen unsichtbar sind und eine Exposition erfolgen kann, bevor eine Person die Gefahr wahrnimmt, ist ein geeigneter Augenschutz unerlässlich, wenn in Umgebungen gearbeitet wird, in denen gefährliche Laserstrahlung vorhanden sein kann.

Die Auswahl der richtigen Laserschutzbrille umfasst mehr als nur die Wahl einer Schutzbrille oder einer Schutzmaske. Laserschutzbrillen werden anhand verschiedener technischer Faktoren spezifiziert, die ihre Eignung für einen bestimmten Laser und eine bestimmte Anwendung bestimmen. Das Verständnis dieser Begriffe ist wichtig, um den geeigneten Grad an Augenschutz zu bewerten und auszuwählen.

Hier sind einige wichtige Begriffe, die Sie bei der Erörterung oder Auswahl von Laserschutzbrillen beachten sollten:

Dieser Wert gibt den prozentualen Anteil des sichtbaren Lichts an, der durch die Gläser der Laserschutzbrille hindurchgelassen wird. Ein höherer VLT-Wert lässt mehr sichtbares Licht durch, wodurch die Brille heller erscheint und die Sicht für den Träger verbessert wird. Niedrigere VLT-Werte führen zu dunkleren Gläsern, die zwar bei bestimmten Wellenlängen einen besseren Schutz bieten, jedoch die Sicht und den Tragekomfort beeinträchtigen können.

Dieser Messwert gibt an, wie effektiv eine Laserschutzbrille die Laserstrahlung bei einer bestimmten Wellenlänge reduziert. Höhere OD-Werte bieten einen besseren Schutz vor Laserstrahlung. Der erforderliche OD-Wert hängt von der Laserwellenlänge, der Leistung, der Einwirkdauer und den Betriebsbedingungen ab.

Die Leistungsdichte bezeichnet die auf eine bestimmte Fläche verteilte Laserleistung. Bei Anwendungen im Bereich der Lasersicherheit ist die Leistungsdichte von Bedeutung, da sie die Intensität der Laserbestrahlung auf die Schutzbrille oder das Gewebe bestimmt. Höhere Leistungsdichten erfordern in der Regel ein höheres Schutzniveau und robustere Laserschutzbrillen.

Die Laserwellenlänge ist der spezifische Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Spitzen einer Laserwelle und wird in der Regel in Nanometern (nm) gemessen. Laserschutzbrillen müssen entsprechend der genauen Wellenlänge oder dem Wellenlängenbereich des verwendeten Lasers ausgewählt werden. Verschiedene Laserwellenlängen wirken sich unterschiedlich auf Materialien und das menschliche Auge aus.

Die Schadensschwelle ist die maximale Laserenergie oder -leistung, der das Material der Schutzbrille standhalten kann, bevor es zu einer Beeinträchtigung oder einem Versagen kommt. Ein Überschreiten der Schadensschwelle kann die Wirksamkeit der Schutzbrille beeinträchtigen und die Sicherheit des Trägers gefährden.

Normen für Laserschutzbrillen

Bei der Auswahl einer geeigneten Schutzbrille gibt es Normen, an die sich die Hersteller halten, um die richtige Schutzbrille zu ermitteln. Diese Normen wurden geschaffen, um die Sicherheit des Personals beim Umgang mit gefährlichen Lasern zu gewährleisten. Im Folgenden sind die am häufigsten verwendeten Normen für Laserschutzbrillen aufgeführt.

EN 207

Europäische Norm für Laserschutzbrillen zum Schutz vor unbeabsichtigter Lasereinstrahlung. Sie legt Anforderungen, Prüfverfahren und Kennzeichnungen für Laserfilter und Schutzbrillen fest, wobei der Schutzgrad anhand von LB-Werten für bestimmte Wellenlängen und Laserbetriebsarten angegeben wird.

EN 208

Europäische Norm für Schutzbrillen, die bei Laserjustierungs- und -ausrichtungsarbeiten verwendet werden. Die Schutzbrillen reduzieren die Laserstrahlung und gewährleisten gleichzeitig eine ausreichende Sicht für Ausrichtungsarbeiten; sie sind speziell für diesen Anwendungszweck geprüft und gekennzeichnet.

ANSI Z136

Die wichtigste US-Norm für den sicheren Umgang mit Lasern. Sie regelt die Bewertung und Kontrolle von Lasergefahren, einschließlich MPEs, Gefahrenzonen und Schutzmaßnahmen. Für Schutzbrillen enthält sie Leitlinien zur Bestimmung der erforderlichen optischen Dichte (OD) und weiterer Auswahlkriterien.

ANSI Z87.1

US-Norm für den Augen- und Gesichtsschutz am Arbeitsplatz und im Bildungsbereich. Sie legt Leistungs-, Prüf- und Kennzeichnungsanforderungen für relevante Gefahren am Arbeitsplatz fest. Da sie nicht speziell auf Laser ausgerichtet ist, gewährleistet die Einhaltung der Norm Z87.1 allein noch keinen ausreichenden Laserschutz. Sie kann jedoch bei der Auswahl geeigneter Laserschutzbrillen hilfreich sein, indem sie bestätigt, dass die Brille die relevanten allgemeinen Anforderungen an den Augen- und Gesichtsschutz erfüllt.

Was bei der Auswahl einer Laserschutzbrille zu beachten ist

Bei der Auswahl der richtigen Laserschutzbrille geht es um mehr als nur die Wahl einer Schutzbrille oder einer Schutzmaske. Laserschutzbrillen werden anhand verschiedener technischer Faktoren spezifiziert, die ihre Eignung für einen bestimmten Laser und eine bestimmte Anwendung bestimmen.

1
Die Schutzbrille muss für die jeweilige Wellenlänge des Lasers und die für diese Wellenlänge erforderliche optische Dichte geeignet sein

Je nach der Wellenlänge des von Ihnen verwendeten Lasers ist es wichtig, die richtige Schutzbrille auszuwählen.

2
Brillen sollten eine möglichst hohe Durchlässigkeit für sichtbares Licht (VLT) aufweisen

Manchmal können wir, selbst wenn wir die richtige Schutzbrille ausgewählt haben, nichts sehen, sobald wir sie aufsetzen!

Für bestimmte Wellenlängen wie UV (180–400 nm) und Kohlendioxid (10.600 nm) sind die Filter in Laserschutzbrillen klar, sodass das Sehen (bzw. die Sicht) mit aufgesetzter Laserschutzbrille kein Problem darstellt. Bei sichtbaren Wellenlängen (400–700 nm) und Infrarotstrahlung (ab 700 nm) können die Filter getönt sein. Die Tönung entsteht durch Farbstoffe, die die gewünschte Wellenlänge des Lichts absorbieren. Diese Tönungen und ihre Konzentration können das sichtbare Licht verdecken und die Sicht beeinträchtigen.

3
Die Schutzbrille muss für die auszuführende Tätigkeit und die Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz geeignet sein

Bei der Auswahl von Schutzbrillen geht es nicht nur um OD, Wellenlänge und VLT – Sie müssen auch die Situation verstehen und einschätzen, in der der Laser eingesetzt wird. Ist der Raum beispielsweise gut beleuchtet? Muss die Beleuchtung im Laserbereich gedimmt werden? Wenn die Raumbeleuchtung aus experimentellen oder prozesstechnischen Gründen gedämpft ist, kann selbst ein VLT von 30 % Sicherheitsrisiken mit sich bringen.

Es muss außerdem darauf geachtet werden, dass getönte Filter keine Beschriftungen oder Anweisungen auf Warnschildern, Hinweisschildern oder Bedienfeldern verdecken.

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Die Schutzbrille muss richtig sitzen

Die Bedeutung der Passform darf nicht unterschätzt werden!

Selbst wenn alle oben genannten Punkte berücksichtigt werden: Wenn die Schutzbrille nicht richtig sitzt, bietet sie nicht nur keinen ausreichenden Schutz, sondern es besteht auch die Gefahr, dass der Träger sie nicht trägt.

Reinigung und Überprüfung

Überprüfen Sie Ihre Brille unbedingt vor und nach dem Gebrauch, um sicherzustellen, dass nichts gesprungen oder gebrochen ist.

  • Überprüfen Sie das Gestell – Sind Brüche vorhanden oder ist es in einwandfreiem Zustand?
  • Überprüfen Sie die Gläser und stellen Sie sicher, dass sie keine Risse oder Vertiefungen aufweisen.
  • Überprüfen Sie das Band. Wenn Sie eine Brille im „Google“-Stil tragen, stellen Sie sicher, dass das Band noch gut funktioniert und beim Tragen nicht locker sitzt.

Pflege und Aufbewahrung von Schutzbrillen

Bewahren Sie Ihre Schutzbrillen an einem sicheren Ort auf, wenn Sie sie nicht benutzen.

Wenn Sie über mehrere Laser und mehrere Benutzer verfügen, ist die ordnungsgemäße Aufbewahrung Ihrer Schutzbrillen von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass für die jeweilige Arbeit die richtige Schutzbrille ausgewählt wird.

Laserschutzbrillen spielen eine wesentliche Rolle beim Schutz des Personals vor den potenziell schwerwiegenden und irreversiblen Folgen einer gefährlichen Laserexposition. Ein wirksamer Schutz hängt jedoch nicht allein vom Tragen einer Schutzbrille ab. Die Brille muss für die Laserwellenlänge und das erforderliche Schutzniveau geeignet sein, den geltenden Lasersicherheitsnormen entsprechen, dem Träger richtig sitzen und in gutem Zustand bleiben. Regelmäßige Überprüfung, ordnungsgemäße Reinigung und sachgemäße Aufbewahrung sind ebenso wichtig, um sicherzustellen, dass die Schutzwirkung über die gesamte Lebensdauer hinweg erhalten bleibt.

Durch das Verständnis der wesentlichen Eigenschaften, Normen, Auswahlkriterien und der Wartung von Laserschutzbrillen können Anwender fundierte Entscheidungen treffen und dazu beitragen, eine sicherere Arbeitsumgebung zu gewährleisten, wo immer gefährliche Lasersysteme zum Einsatz kommen.


Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und sollte nicht als offizielle Referenz angesehen werden. Für detaillierte Hinweise zu Laserschutzbrillen wenden Sie sich bitte an einen Laserschutzbeauftragten oder die zuständigen Aufsichtsbehörden.

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